Samstag, 28. Januar 2017

Block Layout - von der Idee bis an die Nähmaschine ★ 6 Köpfe 12 Blöcke Countdown BlogTour

YAY! Es sind nur noch wenige Tage, bis der zweite Block des 6 Köpfe 12 Blöcke Quilt Along erscheint und wir "6 Köpfe" haben derweil eine Countdown- Blog Tour für euch auf die Beine gestellt. Voll gepackt mit Informatinen und Tipps zu aufgetauchten Fragen möchten wir euch so gern die Wartezeit ein wenig verkürzen und versüßen. Ich freue mich, dass heute nun ich an der Reihe bin und möchte euch herzlich Willkommen heißen.

Nachdem Andrea und Nadra in den letzten beiden Tagen über die Qualität von Patchworkstoffen und das Erlangen von Präzision durch Sprühstärke berichtet haben, komme ich nun zum nächsten Punkt des kreativen Prozesses, dem Block Layout.


Dabei gilt wie so oft, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt und geben kann. Schaut euch nur die vielen verschiedenen Rolling Stone Blöcke an! Ob bei Dorthe´s Linkparty, bei Instagram unter dem Hashtag #6köpfe12blöcke, in unserer Facebook- Gruppe mit inzwischen 1600 Mitgliedern, bei Flickr oder Pinterest. Jeder Block sieht anders aus und das obwohl alle nach der gleichen Anleitung genäht sind.


Jeder hat seine eigenen Stoffe und Farbkombinationen gefunden. Manche verwenden Solids (einfarbige Stoffe) oder sogenannte "Falsche Unis" (die ein dezentes Ton in Ton Muster aufweisen). Andere hingegen benutzen Stoffe mit kleinteiligem All- Over Muster (ein sich ständig wiederholendes Dekor) oder Patchworkstoffe mit Musterrichtung.

Über die Frage der Verteilung von Farben und Kontrasten hinaus, stellt gerade die Musterrichtung eine kleine Herrausforderung dar. Hier also ein paar Tipps, welche die Planung eures Block Layouts erleichtern können.


Mit jedem Tutorial zu einem neuen Patchwork- Block stellen wir euch auch ein Ausmalblatt zur Verfügung. Damit lassen sich schnell und einfach verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten ausprobieren. Aber Achtung, diese Darstellung entspicht nicht der Originalgröße, diese entnehmt ihr bitte immer der Anleitung.

♪ Der neue Block ist noch geheim, drum darf es hier der Rolling Stone noch sein. *hihi* ♪

Auf diese Art und Weise kann man sich prima mit dem Block anfreunden und die Idee, davon wie der Block später aussehen soll, kann sich entwickeln. Bei meiner Stoffauswahl kommen da beispielsweise Fragen auf wie: "Sollen die Streifen alle parallel zum Zentrum verlaufen? Oder alle senkrecht? Vielleicht doch lieber waagerecht? Welche Elemente möchte ich dunkel, welche hell gestalten?". 
Manch einer mag das auf den ersten Blick sehen, manch einer wird den neuen Block erst auf sich wirken lassen. Jeder Weg ist gut und richtig, geht ihn in eurem eigenen Tempo. ♥

Diese Veranschaulichung und Darstellung des entstehenden Blockes kann euch im nächsten Schritt auch bestens beim Zuschneiden helfen. Denn nun habt ihr euch entschieden, wie der Block aussehen soll und wisst, wo die einzelnen Stoffe hingehören.


Ich habe mich für dieses Layout meines Rolling Stone Blockes entschieden.
Und nun geht es los!

Die transparenten Patchwork- Lineale eignen sich hervorragend dazu, genau den gewünschten Musterausschnitt sehen und ausschneiden zu können (dies nennt man "Fussy Cut"). Wem die vielen Markierungen des Lineals beim Zuschnitt zu unübersichtlich sind oder wenn ein Format mehrfach ausgeschnitten werden soll, können die entsprechenden Maßeinheiten einfach mit Washi- Tape markiert werden.


Im zweiten Bild hilft mir die zusätzlich markierte Diagonale dabei, genau im Musterverlauf zu bleiben. Dieser kleine Trick ist ebenso einfach wie hilfreich für einen genauen Zuschnitt.


An dieser Stelle kommt bei mir immer ein wunderbarer Ordnungshelfer für Patchworker ins Spiel: die Design Boards. Sie eignen sich herrvorragend zum Sortieren, Ordnen und Aufbewahren der Stoffstücke, ohne das die Einzelteile dabei durcheinander geraten können. Während des Nähens der Blöcke, sowie zum sicheren Transport der Stoffstückchen zwischen Nähmaschine und Bügelbrett, können sie ebenfalls sehr praktisch sein! So manchem ist es ansonsten schon passiert, dass nach dem Nähen der Block plötzlich anders aussieht, als er zuvor geplant war. Oft heißt es dann auftrennen und dieser "Spaß" lässt sich mit den Design Boards recht gut vermeiden.

Meine Ordnungshelfer habe ich in Anlehnung an dieses Tutorial von Lori Holt @Bee In My Bonnet gefertigt. Hierzu gibt es ebenso ein YouTube Video.
Darüber hinaus gibt es von Deonn Scott @Quiltscapes eine kostenlose Anleitung für ein transportables System, welches gut ins Nähgepäck passt. In diesem YouTube Video könnt ihr zusätzlich sehen, wie es genäht wird.


Für den Bau meiner Design Boards habe ich die folgenden Materialien verwendet:

  • Pappel- Sperrholz, welches es im Baumarkt bereits in fertig zugeschnittenen DIN Formaten für ganz kleines Geld gibt
  • "alte" weiße Moltontücher (die meine Kinder ja nun wirklich nicht mehr brauchen)
  • doppelseitiges Klebeband und Alleskleber (weil ich kein Heißklebepistolenheld bin)
  • und (last but not least) Bindingreste bzw. Bindingstreifen

Der weiße Hintergrund lässt die Farben der Stoffe für sich wirken, ohne sie dabei zu verfälschen. Und wer etwas mehr Platz zur Verfügung hat, der baut sich vielleicht auch direkt eine ganze Design Wand, um seine fertigen Blöcke daran zu entwickeln und zu sammeln. So wie Saskia, die hier sehr schön beschreibt, wie der Bau ihrer Design Wand von statten ging.

Sind alle Einzelteile vorbereitet? Prima, dann kann es ja jetzt an die Nähmaschine gehen!


Wir nähen mit einer Nahtzugabe von 1/4 Inch. Wie das auch ganz einfach auch ohne passendes Nähfüßchen funktioniert, haben Katharina und ich bereits hier und hier beschrieben. Bei Dorthe konntet ihr hier schon etwas über das "Graue Maus Garn" lesen und Verena hat erklärt, was es heißt "Kette zu nähen".

Jetzt sind Stecknadeln oder Wonder Clips unsere wertvollen Helfer. Vermutlich gibt es auch hier in etwa hundert verschiedene Meinungen. *lach* Ich halte es so, dass ich Wonder Clips benutze, damit einfache gerade Kanten aufeinander liegen bleiben. Aber wer weiß, ob das überhaupt noch notwendig ist, wenn ich meine Stoffe vor der Verarbeitung einmal so stärke, wie es uns Nadra gestern so großartig erklärt hat?! Ich werde berichten!


Stecknadeln hingegen benutze ich, wenn zwei Nähte ganz genau aufeinander liegen sollen. Dann scheinen mir die langen dünnen Stecknadeln einfach genauer, als die Wonder Clips. Vermutlich ist auch das Geschmackssache. Aber hey! Mit diesem Bild können wir uns auch direkt in das nächste spannende Thema stürzen!


Ja, hiermit oute ich mich als Nahtzugabenauseinanderbügeler. Morgen wird Katharina ausführlich auf dieses Thema eingehen, während ich euch für heute "nur" noch meinen fertigen "Minnie Rolling Stone" zeige ...



und euch dann von Herzen ein wunderschönes Wochenende wünsche!
Bis bald, macht´s gut und schreibt mir gern, falls ihr noch weitere Fragen habt,
eure Gesine



P.S. Hier findet ihr alle meine Beiträge zum 6 Köpfe 12 Blöcke Quilt Along.
P.P.S. und so geht´s weiter!

Dienstag, 24. Januar 2017

das GLÜCK findet seinen Weg

Manchmal läuft es anders als gedacht, auch beim Nähen.

So dachte ich, als ich das Schnittmuster der Tiny Hearts in die Hände bekam, ich würde diesen Mini Quilt komplett aus den Resten meiner Backyard Roses Stoffe nähen. Da es sich wie gesagt um Reststücke handelt, sollten die neun Herzen diesen Musters einfach bunt werden und ich nahm, was mir zur Verfügung stand. 


Doch dann ... als die elf Herzen fertig waren und ich mir gerade deren Anordnung überlegen wollte ... fügten sich vier von ihnen wie durch Zauberhand zu einem Glückskleeblatt zusammen. Und mit diesem Bild vor Augen war es mir einfach unmöglich, sie wieder auseinander zu reißen. Diese vier grünen Herzen gehörten zusammen, alles Andere konnte ich unmöglich verantworten. *zwinker*


Also blieben mir sieben Herzen, es fehlten Zwei und meine Reste reichten nicht für mehr. Das hatte ich nun davon und setzte für einen Tiny Hearts Mini Quilt in Original Version komplett neu an.


Die zweite Runde Stoffauswahl, Zuschnitt und Herzen nähen kostete mich etwa anderthalb Stunden (nur Quilt Top) - diese Information mal so am Rande, da ich bei Instagram gefragt wurde, ob sich dieses Projekt als kurzfristige Geschenkidee eignet. Ich denke, dass tut es auf jeden Fall!


Und apropos Geschenkidee, aus fünf der verbliebenen Herzen wurden ein weiterer Glücksklee und eine herzige Grußkarte.


Glückskleeblätter von der Küste sind übrigens immer blau. *zwinker*


Das liegt vermutlich an Meer und blauem Himmel.


Wollt ihr noch ein bisschen sitzen bleiben und schauen?


Oder darf ich euch noch eben kurz die "Postkarte" zeigen? *hihi*


So ihr Schätze, ich danke euch für eure Zeit und wünsche euch einen Wunder- vollen Tag
mit zauberhaften Glücksmomenten, seien es Große oder Kleine, genießt sie und habt es fein.

eure Gesine


Okay, nur eins noch, ja?


und dann ab mit den Tiny Hearts zum Creadienstag, den Dienstagsdingen, Handmade on Tuesday sowie den Herzensangelegenheiten! *schwup!*

Samstag, 21. Januar 2017

Tiny Hearts


HERZlich Willkommen ihr Lieben!


Gerade erst begrüßt uns schon mitten im Thema!?
Das nenne ich doch mal ´ne Punktlandung.*lach*

 Heute dreht sich bei mir alles um HERZEN.

 

... um kleine HERZEN oder besser gesagt, um die TINY HEARTS,
eines der drei neuen Schnittmuster von Nadra Ridgeway @ellis&higgs.


Dieser Mini Quilt misst 13" x 13" (33 x 33 cm)
und ließe sich somit ebenso gut in eine Kissenhülle verwandeln ...


aber ich kam nicht umhin, noch eine andere Idee mit diesen Blöcken umzusetzen.


Ein GLÜCKskleeblatt aus Herzen.


Und ob nun für die eigene Mini- Quilt- Wand aus Lieblingsstöffchen genäht,
als HERZliche Geschenkidee oder GLÜCK- Wünsche gedacht,
diese TINY HEARTS versprechen Nähspaß und ein herzig schönes Ergebnis.


Davon gibt es heute bei Nadra noch mehr zu sehen,
während ich euch herzliche Grüße sende und einen glücklich schönen Tag wünsche.

Von Herzen,
eure Gesine




Das TINY HEARTS Schnittmuster wurde mir von Nadra Ridgeway @ellis&higgs im Rahmen des Probenähens zur Verfügung gestellt. Meine Begeisterung dafür wurde damit nicht gekauft.

Dienstag, 10. Januar 2017

drei, zwei, eins ... DEINS?

Es gibt ja so Schnitte, die begeistern Große und Kleine. Zu gern hätte ich euch heute drei von dieser Sorte gezeigt aber die Leseherzen nach dem Tutorial von was eigenes sind bislang jedes mal SO schnell weg gewesen, dass es von ihnen nicht ein einziges Foto gibt! *lach*

Also gut, bleibt immerhin noch zwei Projekte dieser Kategorie zu zeigen, bei denen ich gerade eben schnell genug mit Fotografieren war ... Es sind eine Tasche und ein Kissen, beide nach kostenlosen Anleitungen entstanden und schon mehrfach genäht.


Die Tasche nach einem Schnittmuster von Swoon Patterns
trägt den klangvollen Namen Laney Reversible Hobo Bag.


Dabei ist "Laney" mehr Beutel als Tasche, denn die einzige Verschlussmöglichkeit sind zwei mittig eingenähte Bindebänder. Sie ist 38 cm breit, 25 cm hoch, 15 cm tief und damit ebenso handlich wie geräumig.


Womöglich ist es eben diese Unkompliziertheit, die "Laney" auch bei den "kleinen Mädels" so beliebt macht. Dies ist schon die zweite Tasche, welche kurz nach Fertigstellung direkt in Tochterbesitz übergegangen ist. Also sagt nicht, ich hätte euch nicht vorgewarnt, falls ihr euch selbst mal so eine Tasche nähen wollt oder auf die Idee kommt, einer Freundin eine solche Hobo Bag schenken zu wollen ...

 
Vierzehn Schnittteile braucht es für diese Tasche. Ungeachtet der vielen Kombinationsmöglichkeiten die sich daraus ergeben, habe ich nur einen einzigen Stoff verwendet, diesen dafür von beiden Seiten. Paspel und Bindebändchen aus passendem Uni- Stoff dazu und gut. Die bauchige Form erhält die Tasche übrigens allein durch die ausgeklügelte Schnittführung.


Die Nahtzugabe von 1/2 Inch ist in den Schnittteilen bereits enthalten und mit einem kleinen Trick, den ich euch bereits letzte Woche verraten habe, auch ganz einfach einzuhalten. Und damit auch die Paspel an genau der richtigen Stelle sitzt, ist dieser kleine Inch- Rechner sehr hilfreich.

Tja, und das Kissen ...


... ist nach meiner eigenen kostenlosen Nähanleitung entstanden, welche ich im Rahmen der "DIY gegen Novemberblues Blogtour" im letzten Jahr für euch geschrieben habe. Hierfür habe ich einen wahren Charmpack- Schatz verwendet! Und weil es die Beschenkte mit den "matching points" beim Patchwork sehr genau nimmt und sich sogar an einem Millimeter Versatz der Nähte stört, habe ich mir wirklich alle Mühe gegeben ...


... und jede einzelne Naht ganz genau festgesteckt. Ob das ihre Tochter jetzt allerdings interessiert?!? *lach* Ich glaube fast, der coole Fuchs war da überzeugender. *hihi*



Also ihr Lieben, falls ihr auf der Suche nach einer Geschenkidee für Große oder Kleine seid, so kann ich euch diese Beiden hier nur empfehlen. Und solltet ihr die "Laney Bag" oder das "Charmpack Kissen" für euch selbst nähen wollen - Schreibt euren Namen dran!!!


Ich wünsche euch einen fröhlichschönen Tag!
herzlichst, eure Gesine





Samstag, 7. Januar 2017

Stoffe vorwaschen oder nicht, DAS ist hier die Frage.

Hallo ihr Lieben,
freilich werfe ich heute nicht nur einfach so die häufig gestellte Frage: "Soll man Stoffe eigentlich vorwaschen oder nicht?" in den Raum, sondern ich möchte euch gern dazu einladen, gemeinsam mit den sechs Köpfen, des "6 Köpfe 12 Böcke Quilt Along" auf die Suche nach Antworten zu gehen. 


Ich finde es ganz und gar wunderbar, dass auch die anderen fünf Köpfe heute hier etwas aus dem Nähkästchen plaudern. Dabei werdet ihr sehr schnell feststellen, dass es auf diese eine Frage nicht einfach nur DIE eine richtige Antwort gibt und wie so oft mehrere Wege zum Ziel führen. Unser Ziel ist es dabei, dass jeder von euch, der sich vielleicht noch unsicher ist, seinen Weg findet. ♥


Also denn mal los!
Wie ist das nun mit dem Vorwaschen oder Nicht- Vorwaschen meine Damen?

 

Dorthe von lalala - Patchwork:
"Meine Stoffe wasche ich nicht vor. In meine Quilts vernähe ich wirklich nur qualitativ hochwertige Patchworkstoffe. Die sind zwar etwas teurer, aber die Anschaffung lohnt, denn schließlich stecke ich viele, viele Stunden in so ein Projekt und der Quilt ist dann umso länger, sogar Jahrzehnte, einsetzbar. Früher habe ich den Aufwand mit dem Vorwaschen betrieben und nie erlebt, dass ein Stöffchen mal eingelaufen ist oder abgefärbt hätte. Vor den Zuschneiden werden die Stoffe ordentlich heiß gebügelt, manchmal auch mit Dampf und dann gehts auch schon los an´s Nähen. Wenn der Quilt ziemlich bunt oder kontrastreich geworden ist, kommt in die erste Wäsche ein Farbtuch mit rein."


Andrea von der Quiltmanufaktur:
"Ich persönlich wasche nie mehr vor, weil ich häufig zusätzlich Stoffe aus meinem Vorrat verwende und den Überblick verloren habe, ob die nun schon mal in der Waschmaschine waren oder nicht. Beim Waschen gehen die wirklich guten, hochwertigen Patchworkstoffe maximal 3% ein. Das ist nichts bei den kleinen Teilen, die man so verarbeitet. Außerdem wird beim Bügeln mit Dampf schon viel von diesem Schrumpfeffekt vorweg genommen. Bleibt also noch ein Argument, das Ausbluten der Stoffe. Hier verwende ich immer eine ganze Packung Farbfangtücher beim ersten Waschen des Quilts. Bei einem durchschnittlichen Packungspreis von 1,50 € kann man das ruhig machen.
Meinen Kunden hingegen empfehle ich immer das Vorwaschen, wenn sie für ein bestimmtes Projekt einkaufen. Wobei die Stoff nicht unbedingt in die Maschine müssen. Ein handwarmes Waschen mit Waschpulver im Waschbecken, feucht aufhängen und später die Restfeuchte mit dem Bügeleisen raus bügeln, verhindert ebenso das Einlaufen und Ausfärben. Precuts werden nie vorgewaschen!"


Katharina greenfietsen:
"Ich habe vom ersten Tag an alles vorgewaschen. Letztes Jahr habe ich dann gedacht: "Hm, muss das wirklich sein?" und aufgehört, vorzuwaschen. Ich bin damit aber nicht so gut zurechtgekommen. Oft sind in neuen Stoffen so hartnäckige Falten drin, dass ich die kaum rausbekomme. Außerdem sind sie oft sehr glatt und flutschig. Wenn die Stoffe dann einmal eine Runde in der Maschine gedreht haben und mit unserem harten Wasser in Berührung kamen, sind sie viel griffiger und lassen sich viel besser zuschneiden und nähen. Ich habe mich auch deshalb dazu entschlossen, doch wieder vorzuwaschen, weil ich keinen gemischten Stoffvorrat haben möchte. Natürlich hat das Vorwaschen auch Nachteile. Dessen bin ich mir bewusst. Aber unterm Strich komme ich mit vorgewaschenen Stoffen besser zurecht."



Nadra von ellis & higgs:
"Ich wasche meine Stoffe gar nicht mehr vor, das ist mir einfach zu zeitaufwendig, die Haushaltswäsche reicht mir schon. Und ich gebe zu, ich habe erst einen Quilt in der Waschmaschine gewaschen. Der besteht aus vielen ganz bunten Stoffen und hat sich nicht verfärbt. Aber darauf sollte man es wohl nicht ankommen lassen, ich weiß dass viele Patchworker mit Farbfangtüchern waschen. Das probier ich aus, sobald ich mal wieder in die Verlegenheit kommen sollte. Ich schwöre auf Sprühstärke, die dient mir als Vorwasch-Ersatz, zumindest was das Schrumpfen der Stoffe angeht. Sie vereinfacht das Zuschneiden und Nähen ganz enorm. Ich werde in Kürze einen Beitrag dazu auf meinem Blog veröffentlichen, es gibt nämlich ein paar Dinge, die man beachten muss, um ein gutes Ergebnis zu bekommen…"


und Verena von Einfach bunt ...:
"Ich bin Vorwäscherin. Warum? - Zum Einen, weil Baumwollstoffe ausbluten können. Das heißt, dass der Stoff überschüssige Farbe verliert, die dann im Waschwasser ist und eventuell von helleren, nicht so sehr mit Farbe gesättigten Stoffen aufgenommen wird. Zum Anderen, weil Baumwollstoffe einlaufen können. Bei der Verarbeitung werden die Baumwollfasern gedehnt. Diese Dehnung wird unter Einfluss von Wasser und Wärme zum Teil rückgängig gemacht und der ganze Stoff schrumpft. Ich fühle mich also auf der sicheren Seite, wenn ich meine Stoffe vorwasche. Stoffstücke von bis zu 60 cm lege ich einfach ins Handwaschbecken, lasse heißes Wasser (das hat bei uns schon so 50°) drauflaufen und gebe ein kleines bisschen Waschmittel dazu (damit es gut riecht). Wenn ich sehe, dass das Waschwasser farbig wird, bade ich den Stof nochmal in frischem Wasser. Wenn ich mehrere Stoffstücke habe, schleudere ich sie in der Waschmaschine und gebe sie dann in den Trockner zum Antrocknen bis bügelfeucht. Dann werden die Stoffe mit Sprühstärke eingesprüht und gebügelt.
Der Vorteil ist, dass es kein unterschiedliches Einlaufen von Stoffstücken verschiedener Hersteller, kein Einlaufen meiner fertigen Decke und kein Ausbluten in andere Stoffe gibt. Der Nachteil dabei ist ein ganzes Stück Arbeit mehr! Wenn ich beim Bügeln nicht aufpasse, dann verziehe ich den nassen Stoff und er ist nie mehr so schön gerade, wie er vor dem Waschen war. Wenn ich faul bin oder keine Zeit habe, dann bügele ich meine Stoffe ganz ordentlich mit Dampf, damit sie einlaufen können, gebe bei der ersten und zweiten Wäsche einige Farbfangtücher mit in die Waschmaschine und sehe zu, dass der Quilt rasch trocknet."



 Tja, das waren jetzt schon eine ganze Menge Anhaltspunkte! Vielen Dank ihr Lieben!

und jetzt komme ich: 
Und sage, dass ich bekennende Nicht-Vorwäscherin bin und bisher noch nie Sprühstärke verwendet habe. (Bekleidungsstoffe wasche ich immer direkt nach dem Kauf. So muss ich später nicht mehr überlegen, ob ich das nun bereits erledigt habe oder nicht.) Für meine Patchwork- Arbeiten verwende ich ausschließlich Stoffe guter Qualität. Denn die ins Nähen investierte Zeit zahlt sich so in langer Lebensdauer und Freude am Werk aus. Ganz nach dem Motto "gut gebügelt ist halb genäht" bügele ich die Stoffe bevor es los geht gern mit ordentlich Dampf. Dann liegen sie schön glatt und lassen sich leicht zuschneiden. Es ist inzwischen mehr als neun Jahre her, dass ich meinen ersten Quilt genäht habe. Seitdem sind noch viele Weitere hinzugekommen. Sie alle sind in ständiger Benutzung und werden somit auch regelmäßig gewaschen.


Bei allen verwendeten Farben und Kontrasten haben die Stoffe dabei bisher noch nie "ausgeblutet". Quilts bekommen bei mir stets den schonendsten Schonwaschgang meiner Waschmaschine bei 30 Grad mit verminderter Schleuderzahl, Schonwaschmittel und Farbfangtüchern verordnet. Danach ziehe ich sie in Form und lasse sie über dem Wäscheständer liegend trocknen. Das funktioniert für mich sehr gut. Übrigens sind auf dem oberen Foto "NUR" die Quilts zu sehen, die noch bei uns wohnen. *lach* 


Lässt sich Folgendes festhalten:


die Vorteile des Vorwaschens sind:
♦ Baumwollstoffe können unterschiedlich stark einlaufen. Sind die Stoffe vorgewaschen, verzieht sich der Quilt nach der ersten Wäsche nicht.
♦ Vor allem blaue, violette und dunkelrote Stoffe können ausbluten und während der Wäsche ihre Farbpigmente auf hellere Stoffe übertragen. Ein Tipp einen Stoff auf Farbechtheit zu prüfen ist: ein kleines Stück davon abzuschneiden und es in ein Glas mit lauwarmem Wasser zu legen. Bleibt das Wasser klar, braucht ihr den Stoff auch nicht vorzuwaschen. Gibt der Stoff aber Farbe ab, dann wascht ihn so lange, bis das Wasser klar bleibt.
♦ Ein wichtiger Aspekt für Allergiker: Rückstände chemischer Substanzen werden beim Vorwaschen entfernt.

die Gegenargumente des Vorwaschens lauten:
♦ Das Vorwaschen stellt keine Garantie für die Farbechtheit dar.
♦ Sogenannte Farbfangtücher können während der Wäsche überschüssige Farbe aufnehmen. 
♦ Einfaches Dampfbügeln kann den Schrumpfeffekt der Stoffe vorwegnehmen.
♦ Ansonsten ist die Schrumpfung bei den kleinen Stoffteilen, wie sie für Patchwork verwendet werden, kaum zu bemerken.
Precuts wie Charm Packs, Jelly Rolls und Co. werden nie vorgewaschen, da sie ausfransen und unbrauchbar werden können.
♦ Zum richtigen Gebrauch von Sprühstärke könnt ihr bald bei Nadra mehr lesen ...

Darauf bin auch ich sehr gespannt, denn man lernt ja nie aus. Und ich hoffe, wir konnten euch heute dabei helfen, DEN FÜR EUCH RICHTIGEN WEG zu finden.




Mit unseren Tutorials begleiten wir euch gern bis zur Fertigstellung eures Quilts. Schaut dazu unbedingt auf allen sechs Blogs vorbei! Überall werdet ihr wertvolle Informationen finden. 

 Nadra von ellis & higgs 
Andrea von der Quiltmanufaktur
 Verena von Einfach bunt
Katharina greenfietsen
Und auch bei mir gibt es bald weitere Tipps.

Auf diesen sozialen Kanälen halten wir euch über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden:
Facebook *wo wir gestern die EINTAUSEND - Mitglieder - Marke geknackt haben!*

Wenn ihr Fragen habt, immer raus damit!


 Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende,
eure Gesine



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